Von den Bergen und Lochs rund um ihre Heimatstadt Fort William bis zu Abenteuern rund um den Globus: Early Rider Ambassador Hannah Barnes lebt für das Draußensein. Die zweifache Mama und erfolgreiche Mountainbike-Rennfahrerin hat einen erfrischend bodenständigen Blick auf Familienabenteuer, getragen von Neugier, Verbundenheit und der Fähigkeit, das Chaos unterwegs einfach anzunehmen. Wir haben Hannah zehn Fragen gestellt, um herauszufinden, welche Erfahrungen und Werte ihre Haltung zu Elternsein, Abenteuer und der Frage prägen, wie man die nächste Generation für die Natur begeistert.

Für alle, die dich noch nicht kennen: Wie würdest du beschreiben, wer du bist und was du machst?

Zuallererst bin ich Mama von Inga (5) und Oti (2). Außerdem bin ich Profi-Mountainbikerin und Markenbotschafterin und arbeite im Social-Team von Thule. Ich bin am liebsten draußen, mit meiner Familie, und sage nie Nein zu einem Abenteuer.

In deinem Leben verbinden sich Biken, Familie und Abenteuer. Wie sieht ein typisches „Abenteuer“ für dich und deine Familie aus?

Gute Frage. Das kann alles Mögliche sein: Solange wir draußen und zusammen sind, sind alle glücklich. Weniger ist mehr. Wir packen gern den Campervan mit den Rädern und allem, was wir für gemeinsame Zeit draußen brauchen, und fahren für ein paar Tage los. Es muss nicht weit weg sein, um sich wie ein Abenteuer anzufühlen, gerade für Kinder. Manchmal fahren wir mit einem kleinen Boot auf eine Insel, radeln herum, machen ein Picknick und spielen. Manchmal liegt der Fokus mehr auf den Trails. Manchmal steigen wir mit den Rädern in den Zug (Corrour ist einer unserer Lieblingsorte): Die Zugfahrt macht Spaß, und am Ziel gibt es eine schöne Radtour mit Café-Stopp. Das Tempo bestimmt immer das, was sich für die Kinder richtig anfühlt. Manchmal überraschen sie uns damit, wie viel sie machen wollen und wie weit sie kommen, ein anderes Mal spielen wir einfach am Bach und klettern auf Bäume.


Was bedeutet es dir persönlich, draußen und aktiv zu sein? Warum ist das so ein wichtiger Teil eures Familienlebens?

Draußen und aktiv zu sein, ist ein zentraler Teil dessen, wer Brodie und ich sind. Damit verdienen wir beide unser Geld (Brodie ist Abenteuer-Kameramann), dort fühlen wir uns lebendig und zu Hause, so wollen wir leben und so wollen wir unsere Familie großziehen. Die Natur als festen Teil unseres Alltags zu haben, ist uns wirklich wichtig, und es passiert einfach, ohne dass wir es groß planen, weil es so tief in uns verankert ist. Wir leben in einer kleinen Blockhütte im Wald, an einem Fluss, umgeben von riesigen Douglasien. Wir kochen und essen so oft wie möglich draußen, bauen Gemüse an und fühlen uns der Natur sehr verbunden. Ich bin mit Bewegung aufgewachsen, bin Segelregatten gefahren, dann Triathlon und dann Enduro-Mountainbike. Stark, fit und gesund zu sein, war und bleibt einfach ein Teil von mir, eine ganz natürliche Art zu leben und meine Energie einzusetzen. Ich bin sicher, dass diese Verbindung zur Natur, das Draußen- und Aktivsein, ganz von selbst auf unsere Kinder übergeht, zu einem Teil von ihnen wird und sie am Ende glücklich, entspannt und selbstbewusst macht.


Was haben deine Kinder deiner Erfahrung nach davon, so viel Zeit beim Radfahren und Entdecken draußen zu verbringen?

Für Kinder ist es so wichtig, draußen zu sein. Die Natur beruhigt und erdet. Diese Verbindung zur Natur zu fördern und möglich zu machen, ist wirklich wichtig. Sie prägt, wer unsere Kinder werden, und gibt ihnen tiefen Respekt und Achtsamkeit für die Umwelt und die Welt um sie herum. Ob beim Radfahren, beim Auffüllen der Vogelhäuschen, beim Ziehen einer Sonnenblume am sonnigen Fenster, beim Spielen im Garten, bei einem Spaziergang im Wald oder auf dem Spielplatz: Je mehr Zeit Kinder draußen verbringen und die Natur auf positive, spielerische Weise erleben, desto besser.


Welche Rolle haben Räder für die Entwicklung deiner Kinder gespielt?

Wenn Kinder Rad fahren oder überhaupt Sport machen, gewinnen sie so viel. Selbstvertrauen, soziales Gespür, räumliches Vorstellungsvermögen, Körpergefühl, bessere Koordination, mehr Muskeltonus und Lungenvolumen, die Zufriedenheit, sich selbst besser werden zu sehen, die Freude, auf zwei Rädern zu entdecken und zu spüren, wie sich die Welt für sie öffnet, der pure Spaß, über die Trails zu flitzen, enge Freundschaften und das Erfolgserlebnis, nach einem Sturz wieder aufzustehen, weiterzumachen und endlich etwas zu fahren, das vorher nicht ging. Die Vorteile sind endlos und reichen weit über die Trails hinaus. Das sind Lebenskompetenzen, die Kinder in ihren Alltag mitnehmen, ohne es überhaupt zu merken.


Was waren als Mama die schönsten Momente, die ihr als Familie gemeinsam unterwegs erlebt habt?

Ich weiß noch, wie stolz ich war, als Brodie und ich es als frischgebackene Eltern geschafft haben, Arbeit und Leben mit einem großen Kraftakt an Organisation unter einen Hut zu bringen. Brodie hatte einen Drehjob am Everest, also waren Inga und ich zehn Wochen allein zu Hause, während ich gleichzeitig für ein viertägiges Etappenrennen in Afrika trainiert habe. Wegen schlechten Wetters hat Brodie den Gipfel später als geplant erreicht und einiges durchgemacht. Am Ende musste er Inga und mich am Tag vor dem Rennstart direkt in Tansania treffen. Ich musste die Frau des Rennveranstalters bitten, ein paar Stunden auf die zwölf Monate alte Inga aufzupassen, damit ich starten konnte, bis Brodie vom Flughafen kam. Er war völlig erschöpft, hatte 30 kg abgenommen, war richtig krank und musste eine Gletscherbrille tragen, weil seine Augen entzündet waren, und das alles, während er sich um eine Einjährige kümmerte, solange ich das Rennen fuhr. Brodie und Inga sind zu jedem Checkpoint mitten im afrikanischen Busch gefahren, damit ich Inga während des Rennens stillen konnte. Nachts haben wir in Zelten mitten im Busch geschlafen, von Massai-Kriegern vor Hyänen und Löwen bewacht. Wir waren ein echtes Team, alle haben uns großartig unterstützt, und Inga hatte keine Ahnung, was alles nötig war, damit das klappt. Das Rennen war eine unglaubliche Erfahrung. Ich habe es geliebt, wieder in meiner kleinen Rennblase zu sein, und weil die ganze Familie dabei war, wurde es noch so viel reicher. Uns ist dabei richtig bewusst geworden: Kinder sind kein Ende für Abenteuer im Leben. Sie bringen uns dazu, unsere Zeit so gut wie möglich zu nutzen, und machen diese Erlebnisse unendlich viel reicher und wertvoller.


Wenn du zurückblickst: Was hat deine eigene Liebe zur Natur geweckt? Gibt es frühe Erinnerungen, die heute noch prägen, wie du an Abenteuer herangehst?

Meine Eltern waren sehr naturverbunden. Wir waren ständig zelten und haben ein einfaches Leben nah an der Natur geführt. Mama und Papa liebten beide Berglauf und Lauf- und Segelrennen wie das Scottish Islands Peaks Race. Beide sind selbst Rennen gelaufen und gesegelt und waren gern fit. Mein Bruder und ich haben die Berglauf-Szene von klein auf miterlebt, und mir hat gefallen, wie gesellig und lustig diese Rennen waren und wie schön diese Mischung aus Wettkampf, Unterstützung und Gemeinschaft war. Vielleicht hat das meine Wettkampfseite geweckt. Ich habe Abenteuer schon immer geliebt, ein bisschen Härte, das Unbekannte und Reisen an entlegene Orte. Als ich 13 war, ist unsere Familie von Schottland in die Karibik und zurück gesegelt. Ein Jahr echtes Abenteuer: auf einem kleinen Segelboot leben, große Ozeane überqueren, neue Kulturen entdecken, Fisch zum Abendessen fangen, so viele interessante, großartige Menschen treffen und als junge Teenagerin ziemlich viel Verantwortung übernehmen. Das war ein echtes Abenteuer und hat mich ohne Zweifel geprägt.


Du bist Ambassador für Thule und Early Rider. Wie hat gute Ausrüstung eure Familienabenteuer bereichert?

Gute Ausrüstung im Alltag nutzen zu können, ist großartig. Thule und Early Rider machen Produkte, die wirklich auf Menschen und Familien mit einem aktiven Leben draußen zugeschnitten sind, damit dieses Leben so angenehm, sicher, einfach und spaßig wie möglich wird. Ich habe schon das Gefühl, dass Kinder auf richtig guten, leichten Rädern mit toller Geometrie schneller Fortschritte machen. Wenn Kinder lieben, wie sich ein Rad anfühlt und wie es aussieht, fahren sie mehr, kommen schneller voran, haben mehr Freude daran, verbringen mehr Zeit draußen und finden mehr Freunde, die auch gern draußen und aktiv sind. Eine Aufwärtsspirale. Gute Ausrüstung ist eine Plattform, auf der Kinder und Familien immer stärker werden.


Nicht jedes Familienabenteuer läuft nach Plan. Kannst du von einem Moment erzählen, der schwierig war, und wie ihr damit umgegangen seid? Oder was dich motiviert, mit den Kindern weiter loszuziehen?

Die wenigsten laufen nach Plan. Der Trick ist, nur einen sehr lockeren Plan zu haben und es nicht als Scheitern zu sehen, wenn sich der Plan ändert oder man an dem Tag weniger schafft als gedacht. Hauptsache, alle haben eine schöne Zeit draußen und miteinander. Draußensein muss immer eine positive Erfahrung bleiben und darf nichts sein, wozu Eltern ihre Kinder zwingen. Es soll Spaß machen und zu den Kindern und der Stimmung des Tages passen. Wenn die Kinder keine Lust auf die große Radtour haben, bau eine Hütte im Wald, such nach Waldtieren, mach ein Lagerfeuer oder hol die wichtigen Notfall-Snacks raus, um die Stimmung zu retten (meistens ein kleines Päckchen Smarties oder so). Hör mit einem Highlight auf. Jeder Tag ist eine neue Chance.

Neulich sind wir mit einem kleinen Boot nach Knoydart gefahren, ins abgelegenste Dorf Großbritanniens. Es war ein wunderschöner, sonniger Tag, und alles lief gut, bis ein kleines Mädchen Inga erzählte, sie habe eine Meerjungfrau neben dem Boot schwimmen sehen. Tja. Inga war furchtbar enttäuscht und richtig schlecht gelaunt, weil sie diese Meerjungfrau verpasst hatte. Ich habe versucht, eine schaukelnde Möwe als mögliche Meerjungfrau zu verkaufen, aber das hat nicht funktioniert. Manchmal kann man einfach nichts machen, und auch das gehört dazu. Nimm das Chaos an, nimm den geänderten Plan an, gib dein Bestes, lass es fließen. Und nächstes Mal schicke ich Brodie im Meerjungfrauenkostüm ins Meer.


Welchen Rat gibst du Eltern, die mit ihren Kindern mehr nach draußen wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen? Wie wird es für die ganze Familie schön?

Fang klein an, weniger ist mehr. Aus der Tür zu kommen, ist oft der schwierigste Teil. Such dir Leute, die auch gern mit ihren Kindern rausgehen. Das nimmt den Druck raus, und mit Freunden draußen zu sein, macht einfach Spaß. Lass die Kinder das Tempo bestimmen. Ein paar hundert Meter gehen und unter Steinen nach Krabbeltieren suchen, auf Bäume klettern und Schmetterlinge beobachten ist genauso wertvoll wie eine große Radtour. Sei nachsichtig mit dir selbst. Es ist nicht das Ende der Welt, wenn du eine Jacke oder die Brote vergisst. Es gibt immer eine Lösung, und dein Kind freut sich einfach, deine volle Aufmerksamkeit zu haben und gemeinsam mit dir die Welt draußen zu entdecken.

Für Hannah bedeutet Abenteuer, draußen gemeinsam besondere Momente zu schaffen. Von matschigen Radtouren und Picknicks im Wald bis zu großen Bergtouren erinnert ihre Haltung daran, dass die Liebe zur Natur klein anfängt: mit Neugier, Freiheit und gemeinsamer Zeit. Diese Haltung steht im Mittelpunkt von Early Rider, und wir hoffen, dass sie noch mehr Familien inspiriert, rauszugehen und zu entdecken.

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